Startseite

Kontakt
Archiv
Über uns
Links


Mitglieder

edit

Alle Änderungen Druckansicht Seitengeschichte Seite bearbeiten

Die Bundeswehr feiert ihren Kadavergehorsam

Mit zwei „glanzvollen militärischen Zeremonien“ beteiligt sich die Bundeswehr an den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum Magdeburgs. Damit begleitet das deutsche Militär 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Jubiliäumsfeier einer Stadt, deren Geschichte besonders von militärischen Auseinandersetzungen gezeichnet ist.

Die Bundeswehr verlässt ihre Kasernen nicht nur für Übungen und Einsätze, sondern auch gern, um ihre Salonfähigkeit zu pflegen. Sie wünscht dabei einen nach außen demonstrierten Schulterschluss von Streitkräften und Gesellschaft. Verstärkt seit Mitte der 1990er Jahre geht die Truppe mit ihrem Verständnis von militärischer Tradition regelmäßig an die Öffentlichkeit: Gelöbnisse und der Große Zapfenstreich finden als „öffentliche“ Ereignisse vor Rathäusern, auf Fest- und Sportplätzen und auf anderen öffentlichen Plätzen statt. Tatsächlich ist in aller Regel nur ein handverlesenes Publikum zugelassen und somit eine hinterfragende Öffentlichkeit ausgeschlossen. Kritik an dem Spektakel ist nicht erwünscht, da aufgrund der militärischen Ausrichtung der Veranstaltung demokratische Rechte außer Kraft gesetzt werden.

Dabei findet der Große Zapfenstreich exakt nach dem Muster statt, wie er schon zur Kaiserzeit und auch im Dritten Reich vollzogen wurde. Stolz werden die „ungebrochenen Traditionen der deutschen Militärmusik“ angekündigt, die seither die Rolle des Militärs mit Konzepten wie Ruhm und Ehre verklären und somit für die Verherrlichung von Krieg stehen. Dabei verhalten sich die Entscheider in Politik und Militär tragisch ignorant gegenüber der Geschichte Magdeburgs. Besonders zu beachten ist dabei, dass der Große Zapfenstreich auch ein christliches Gebet beinhaltet, welches eine Verknüpfung von Staat und christlicher Kirche darstellt. In Betracht dessen, dass der eigentliche Sinn des Gelöbnisses darin besteht, dass zumeist junge Männer schwören, auf Befehl hin zu morden, entbehrt es jeglichen Verstandes, aber auch Mitgefühls den Opfern gegenüber, dieses noch zu feiern.

Wir sind der Meinung, dass militärische Aktionen, welche dem Zweck dienen, die Bundeswehr in der Bevölkerung beliebter zu machen, abgeschafft werden müssen. Statt mit der Bundeswehr in aller Welt Krieg zu führen und gleichzeitig den sozialen Frieden kaputtzusparen, sollte wirkliche Friedenspolitik die Bundeswehr ersetzen. Dann wären auch die nötigen Mittel für wirkliche Sozialpolitik vorhanden. Gerade solche Jubelveranstaltungen tragen zur weiteren Geschichtsvergessenheit bei und bilden somit den Nährboden für Ignoranz und Intoleranz.

Wir rufen daher auf, weder Gelöbnis noch Zapfenstreich zu besuchen, sondern mit uns friedlich vor der Hauptpost gegen die Militarisierung der Gesellschaft und für den Frieden zu demonstrieren.

Donnerstag, 25. August 2005 vor der Hauptpost/Breiter Weg, ab 15:30 Uhr

Es werden Redebeiträge, Stände, Volxküche und Menschen da sein, die sich gegen Militarisierung von Gesellschaft aussprechen.

PDF-Version
Seite bearbeiten - Seitengeschichte - Druckansicht - Alle Änderungen (RSS)
Letzte Änderung an dieser Seite: November 22, 2005, at 06:49 PM