
|
Startseite
Kontakt Archiv Über uns Links ![]()
|
Der Stoff aus dem die Kriege sindDer nächste Themenabend findet am 22.05.2006 um 20:00 im Gebäude 5 Raum 307 statt. Das Thema diesmal ist Kashipur und seine Bauxit vorkommen.![]() Infos von der Kashipur Solidaritäts-GruppeKashipur Kashipur ist eine Region im Südosten von Indien im Bundesstaat Orissa/ Distrikt Rayagada. Kashipur wird vor allem von indigener Bevölkerung (Adivasis) bewohnt. Ihre Lebensweise war vor dem Eindringen von Staat und Zivilisation weitgehend egalitär und einfach. Sie basierte auf Subsistenzwirtschaft oder Jagen und Sammeln in den ausgedehnten Wäldern, die es in der Region gab. Trotz vieler Einflüsse von Seiten der Industrie und des Staates versuchen die Adivasis, so weit wie es ihnen möglich ist, diese ursprüngliche Lebensweise beizubehalten. Zugleich befindet sich in Kashipur Bauxit, der Rohstoff, der für die Aluminiumherstellung benötigt wird. Die Konzerne Der Konzern UAIL (Utkal Alumina India Ltd) besteht aus zwei Eigentümern: Alcan (Aluminium Canada) ist der zweitgrößte Aluminiumkonzern der Welt. Er besitzt überall auf der Welt Firmen, die Bauxit abbauen und verarbeiten. Hier in Deutschland befinden sich 25 Fabriken und Kundenbetreuungsbüros. Hindalco ist ein indischer Konzern. Das Projekt Alcan und Hindalco sind im Begriff Fabriken für den Bauxittabau in Kashipur anzusiedeln, um Profit zu machen. In den Ländern des Westens wird Aluminium zu 93% für Produkte wie Automobile, Rüstungsgüter, Flugzeuge, Bahn, Gebäude, Fahrräder verwendet, wovon riesige Konzerne wie Opel oder Shell profitieren. 7% des Aluminiums werden zu Verpackungen verarbeitet vor allem für Lebensmittel. Konzerne wie Nestle, Ferrero, Coca Cola und Marlboro lassen ihre Produkte durch Alcan mit Aluminium verpacken. Das Bauxit was in Kashipur abgebaut wird ist 100% für den Export bestimmt. Gerade in den Ländern des Westens ist die Nachfrage nach Aluminium besonders groß. Die zu erwartenden Folgen Die Adivasis werden durch Konzern und Staat gewaltsam vertrieben und entwurzelt. Da die meisten von ihnen Kleinbauern und Sammler sind, werden sie durch dieses Projekt ihrer Lebensgrundlage beraubt. Die gewalttätige Zwangsumsiedlung, von der die Menschen in Kashipur bedroht sind, geht häufig mit massiven Menschenrechtsverletzungen einher und bedeutet nicht nur den Niedergang ihrer Kultur und bisherigen Lebensweise, sondern für die meisten auch den sozialen Abstieg, da keinerlei angemessene Kompensationen gewährleistet werden. Beim Abbau von Bauxit entsteht ein hoch giftiges Nebenprodukt, der roten Erde, diese verschmutzt Wasserressourcen und Flüsse mit kontaminiertem Schlamm. Für den aufwendigen Abbau von Bauxit wird extrem viel Energie verwendet, dazu müssen Kohlekraftwerke in Kashipur angesiedelt werden, die wiederum die Umwelt verschmutzen. Große Landstriche an Wäldern und teils unberührter Natur müssten umgewälzt werden und die Berge Baphlimali, welche für die Adivasis heilig sind, würden dem Kapitalismus und dem luxuriösen Leben des Westens zum Ofper fallen und völlig zerstört werden. Der Widerstand Gegen diese Planungen wehren sich die Menschen aus Kashipur. In selbstverwalteten Gruppen, mit Demonstrationen, Protestmärschen, Liedern etc. bestreiten sie ihren Kampf gegen eine Industrie, die ausbeuterisch handelt. Doch auch der Widerstand wird von Regierung und anderen kapitalistisch orientierten Interessengruppen unterdrückt: z. B. haben im Dezember 2000 die Menschen aus dem Dorf Maikanch in Kashipur wirkungsvoll die Unterdrücker der regierenden, politischen Parteien abgewiesen, die versucht haben sie in ihrem Widerstand niederzuschlagen. Politische Parteien und die örtliche Verwaltung schlossen einen Interessenspakt, um die Stimmen des Widerstandes auszulöschen. Anschließend setzte die Polizei die Region unter Terror: Drei Protestierende wurden erschossen, viele erlitten ernsthafte Verletzungen und es gab Massenverhaftungen. Doch die Menschen dort ließen sich nicht einschüchtern. Tausende von ihnen gingen auf die Straße und zeigten ihre Macht und Entschlossenheit Widerstand zu leisten. Die Kampagne Aufgrund dieser Zustände und der Bedrohung für die Adivasis von Kashipur, haben wir eine Kampagne gestartet mit dem Ziel, Druck auf Alcan auszuüben, damit kein Bauxitabbau in Kashipur begonnen wird. Momentan sammeln wir Unterschriften, die wir der indischen Botschaft bzw. dem Konzern Alcan in Singen vorlegen wollen. Außerdem haben wir eine Demonstration im Juni vor der indischen Botschaft in Berlin geplant. Es ist uns außerdem wichtig die Leute in den Ländern des Westen aufmerksam zu machen, auf wessen Kosten das Aluminium, was wir hier ständig verbrauchen, eigentlich abgebaut wird. Wir wollen anregen über unseren Lebensstil nachzudenken und den Konsum, welcher nicht nur ganze Bevölkerungsgruppen überall auf der Welt ausgerottet hat und ausrottet (Siehe Jamaika/Brasilien/Guinea), sondern auch die Natur zerstört, die Erde verwüstet und ihre Ressourcen ausbeutet. Eine Möglichkeit diesen Prozess aufzuhalten ist es, ein breites Bündnis aller, die dies verhindern wollen zu schaffen und aktiven Widerstand zu leisten. |