
|
Startseite
Kontakt Archiv Über uns Links ![]()
|
Hier erscheinen Nachrichten die keine eigene Webside (mehr) haben in vollem Text (und Bild)
Polizeiinformation für die Mitteldeutsche Zeitung
Halle/MZ. Die Polizei Sachsen-Anhalts erarbeitet derzeit
Krisenszenarien, um gegen Gewaltakte im Zusammenhang mit der
Arbeitsmarktreform Hartz IV gewappnet zu sein. Es sei "nicht
auszuschließen, dass es ab Januar bei der Auszahlung von
Arbeitslosengeld II zu gewalttätigen Übergriffen gegen Angestellte
und Einrichtungen der Agenturen für Arbeit kommt", sagte der
Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Hanno
Schulz. Grundlage der polizeilichen Vorbereitungen sei eine Weisung
aus dem Magdeburger Innenministerium.
Der Kriminalist, der am Samstag als Gastredner auf dem
Landesparteitag der PDS in Leuna sprach, verwies auf die Erprobung
von Zugriffsmöglichkeiten und Kriseninterventionen. Die Gewalt
könne durch eine schleppende Bearbeitung von Anträgen zum neuen
Arbeitslosengeld (ALG II) verstärkt werden. "Ich gehe aufgrund
interner Informationen davon aus, dass es nicht zur pünktlichen
Auszahlung von ALG II kommt", so Schulz.
Das Innenministerium bestätigte die Vorbereitungen der Polizei. Es
handele sich um eine "vor etwa drei Monaten begonnene, vernünftige
und perspektivvolle" Planung, sagte Sprecher Matthias Schuppe der MZ. Es sei erstmals nicht auszuschließen, dass "ein Normalteil der
Bevölkerung" außerhalb eines radikalen politischen Spektrums
zielgerichtet auch gegen Einrichtungen der Bundesagentur vorgehe.
"Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet", so Schuppe.
Tatsächlich rechnet das Innenministerium mit einem erheblichen
Bedrohungspotenzial. Abgesehen von den Arbeitsagenturen sei es
"nicht auszuschließen, dass noch andere Institutionen wie
politische Parteien, Medienanstalten respektive politische
Entscheidungsträger unmittelbares Ziel von aggressiven Akten
werden", heißt es in einem internen
Ministeriumspapier, das der MZ vorliegt. Befürchtet werden
Nötigungshandlungen, Bombendrohungen, Gewalteskalationen". Das
Ministerium erwartet, dass "die Sicherheitslage dauerhaft für die
Zeit des bevorstehenden Herbstes und Winters tangiert wird". Wegen der sozialen Situation im Land wird eine "hohe Einschreiteschwelle" für die Polizei angewiesen
|